Prozesse liefern Daten – Menschen brauchen Orientierung.
RGB-LED-Strips ermöglichen es, abstrakte Prozesswerte unmittelbar sichtbar zu machen. Farben, Verläufe und Bewegung übersetzen Zahlen in Bedeutung – ohne Display, ohne Bedienung, ohne Interpretation.
Als visuelle Prozess-Controls werden RGB-Leisten zu aktiven Elementen im System: Sie zeigen Fortschritt, Position, Trends oder Zustandsänderungen genau dort, wo sie entstehen. Ein Blick genügt, um zu erkennen, wie es dem Prozess geht. Die Visualisierung ist unabhängig vom eingesetzten LED-Typ – von kosteneffizienten Standard-LED-Strips bis hin zu industriellen Licht-Leisten.
Das Besondere dabei ist die Einfachheit. Komplexe Visualisierungen entstehen nicht durch Programmierung, sondern durch Konfiguration. Ein Signal wird zu einem Control – und ein Control wird zu einer intuitiven, lebendigen Darstellung des Prozesses. Diese Dokumentation zeigt, welche Möglichkeiten RGB-Controls eröffnen, wie sie kombiniert werden können und warum visuelle Prozessdarstellung oft der schnellste Weg zu mehr Transparenz ist.
RGB-LED-Leisten als Funktionsbausteine
Vom Messwert zur visuellen Skala
Die Progress Bar visualisiert einen numerischen Wert als farbige Skala entlang eines RGB-LED-Strips.
Statt Zahlen oder Grenzwerten zeigt sie unmittelbar, wo sich ein Prozess aktuell befindet – von leer bis voll, von kalt bis heiß, von Start bis Ziel.
- Füllstandsanzeigen von Behältern oder Tanks
- Temperatur– oder Leistungsbereiche
- Prozess- oder Zyklusfortschritt
- Auslastungs- oder Zustandsanzeigen
Wird die Progress Bar auf ihre volle Länge genutzt, kann sie auch zur dynamischen Veränderung von Farbe oder Helligkeit verwendet werden.
Prozesse lebendig darstellen
Die RGB Animation nutzt Bewegung und Farbwechsel, um Aktivität, Veränderung oder Aufmerksamkeit zu visualisieren.
Statt einen statischen Zustand darzustellen, zeigt sie, dass ein Prozess läuft, wartet oder sich verändert. Bewegung macht Dynamik sichtbar – ganz ohne Zahlen oder Text.
- Visualisierung von Bewegung, Durchfluss oder Drehzahl
- Darstellung der Dynamik eines Prozesses, nicht nur seines Zustands
- Anzeige von Geschwindigkeit, Intensität oder Belastung
- Sichtbarmachen von laufenden, stockenden oder beschleunigenden Abläufen
- Aufmerksamkeitslenkung bei Veränderungen im Prozessverhalten
Zustände präzise verorten
RGB Position markiert konkrete Positionen oder Zustände entlang eines RGB-LED-Strips.
Einzelne Marker zeigen an, wo sich etwas befindet oder welcher Abschnitt relevant ist – unabhängig von einem Fortschrittswert oder einer Animation.
- Anzeige von Maschinen- oder Achspositionen
- Markierung von Zonen, Bereichen oder Übergängen
- Darstellung von mehreren gleichzeitigen Zuständen
- Visualisierung von Grenzen, Referenzpunkten oder Ereignissen
- Orientierung entlang von Strecken, Linien oder Förderwegen
Fluss und innere Bewegung
Die RGB Flow Animation fügt bewegte Lichtpunkte in eine LED-Kette ein, die wie Teilchen, Pakete oder Impulse durch den Prozess wandern.
Anzahl, Farbe und Bewegung dieser Punkte erzeugen eine lebendige Darstellung von Fluss, Aktivität und Dynamik – von kontinuierlichem Nachschub bis zum kontrollierten Auslaufen.
- Lichtpunkte = Teilchen
- Anzahl = Intensität / Dichte
- Bewegung = Strömung
- „Empty“ = Zufluss stoppt → Teilchen laufen aus
Gemeinsame Parameter der RGB-Visualisierungs-Controls
Alle RGB-Controls in Compact-Logic folgen einem einheitlichen Prinzip. Unabhängig davon, ob es sich um eine Progress Bar, eine Animation, Positionsmarker oder eine Flow-Animation handelt, teilen sich die Funktionsbausteine eine Reihe gemeinsamer Eigenschaften. Diese sorgen für ein konsistentes Verhalten, erleichtern die Kombination mehrerer Controls und halten die einzelnen Beschreibungen übersichtlich.
Die Vordergrundfarbe definiert die eigentliche Anzeigefarbe eines Controls. Sie bestimmt, in welcher Farbe Balken, Marker, Animationen oder Lichtpunkte dargestellt werden.
Über die Vordergrundfarbe wird die Bedeutung eines Zustands vermittelt – etwa normal, aktiv, kritisch oder hervorgehoben.

Optional verfügen alle RGB-Controls über einen Helligkeitseingang im Bereich von 0 bis 100 %.
Die Helligkeit kann genutzt werden, um die Anzeige an das Umgebungslicht anzupassen oder um einen zusätzlichen Prozesswert sichtbar zu machen – unabhängig von Farbe, Position oder Länge der Darstellung.
Die Hintergrundfarbe legt fest, wie die Bereiche dargestellt werden, die aktuell nicht aktiv vom Control genutzt werden.
Sie sorgt für Kontrast, Orientierung und eine ruhige Grunddarstellung, beispielsweise bei einer Progress Bar dort, wo aktuell kein Balken angezeigt wird.

Jeder RGB-Control-Baustein definiert, an welcher Position innerhalb eines RGB-LED-Strips er beginnt und wie viele LEDs er verwendet.
Der RGB-Strip selbst wird global konfiguriert – inklusive Anschluss und Gesamtanzahl der LEDs. Die einzelnen Controls greifen dann jeweils auf ihren eigenen Abschnitt zu.
Anzahl Vordergrund LEDs: Dieser Wert definiert, wie viele LEDs gleichzeitig für die eigentliche Anzeige verwendet werden.
Statt dass sich ein Balken über die gesamte Länge des LED-Strips ausdehnt, kann so eine feste Anzahl von LEDs als „bewegendes Fenster“ dargestellt werden.

Mehrere RGB-Controls können denselben Bereich eines LED-Strips nutzen und sich visuell überlagern. So lassen sich unterschiedliche Informationen miteinander kombinieren – etwa eine Grundanzeige und zusätzliche Marker oder Animationen.
Diese Funktion richtet sich an fortgeschrittene Anwendungen und erfordert ein bewusstes Zusammenspiel der beteiligten Controls.
Im Folgenden werden die einzelnen RGB-Controls vorgestellt und in kurzen Videos im Betrieb gezeigt. Die gezeigten Einstellungen werden direkt im CL-Designer vorgenommen – über die gewohnten Eingabe- und Konfigurationswerkzeuge. Wie im Compact-Logic-System üblich, können alle Parameter jedoch ebenso aus digitalen oder analogen Hardwareanschlüssen stammen oder mit den Ergebnissen vorhergehender Logik- und Rechenschritte verknüpft werden. Dadurch lassen sich die Visualisierungen flexibel in bestehende Abläufe integrieren oder schrittweise erweitern – vom einfachen Einstieg bis hin zur vollständigen Einbindung in das Gesamtsystem.
Einmal verstanden, erklärt sich alles – einfach ausprobieren, Änderungen wirken sofort und nichts geht kaputt.
Progress Bar – Werte und Zustände auf einen Blick
Die Progress Bar ist eines der grundlegendsten und zugleich vielseitigsten visuellen Controls. Sie übersetzt kontinuierliche Werte und Zustände in eine klare, sofort erfassbare Darstellung entlang einer RGB-LED-Leiste.
Statt Zahlen, Grenzwerten oder Anzeigen zu interpretieren, wird auf einen Blick sichtbar, wo sich ein Prozess aktuell befindet – von leer bis voll, von niedrig bis hoch, von Beginn bis zum Ziel. Farben, Länge und Helligkeit vermitteln dabei Bedeutung, ohne den Betrachter zu überfordern.
Zum Testen: Installieren Sie die passende Firmware aus dem Downloadbereich (für das XIAO ESP32-S3 mit Octal-PSRAM) und laden Sie anschließend dieses Beispiel auf Ihr Board. Eine entsprechende Anleitung finden Sie hier:
hardware-im-compact-logic-system-einrichten-cl-platformsetup
Animation – Wenn sich etwas bewegt
Das Animations-Control eignet sich überall dort, wo nicht ein konkreter Wert oder eine feste Position im Vordergrund steht, sondern Bewegung, Aktivität und Veränderung.
Durch gezielte Farbwechsel und Bewegungsmuster wird sichtbar, ob ein Prozess läuft, wartet, beschleunigt oder in einen anderen Zustand übergeht. Die Animation selbst wird dabei zur Information – ruhig, eindeutig und auch aus dem Augenwinkel gut wahrnehmbar.
Animations-Controls sind besonders hilfreich, um Zustandswechsel, laufende Abläufe oder dynamische Prozessphasen zu kennzeichnen, ohne den Betrachter mit Zahlen oder Details zu belasten.
Position – Zustände räumlich darstellen
Der Positionsbaustein eignet sich überall dort, wo nicht ein kontinuierlicher Verlauf oder eine Bewegung, sondern ein konkreter Ort oder Zustand im Mittelpunkt steht. Einzelne Marker werden gezielt entlang einer RGB-LED-Leiste platziert und machen Positionen unmittelbar sichtbar.
So lassen sich Zustände, Ereignisse oder Referenzpunkte klar voneinander unterscheiden – ruhig, präzise und ohne visuelle Überlagerung. Farben und Helligkeit helfen dabei, Bedeutung und Priorität intuitiv zu vermitteln. Der Positionsbaustein schafft Orientierung entlang von Strecken, Linien oder Prozessen und ergänzt dynamische Visualisierungen um eine klare räumliche Zuordnung.
Ausblick und weitere Möglichkeiten
Neben den hier vorgestellten RGB-Controls stehen in Compact-Logic weitere Funktionsbausteine zur Verfügung, mit denen einzelne RGB-LEDs oder ganze LED-Gruppen gezielt angesteuert werden können.
Wie im Compact-Logic-System üblich lassen sich alle RGB-Funktionsbausteine flexibel untereinander sowie mit anderen Funktionsbausteinen und IO-Blöcken verbinden. Dadurch entstehen individuelle Visualisierungen, die sich nahtlos in bestehende Logik- und Steuerungskonzepte integrieren lassen.
Ergänzt wird dies durch eine Reihe spezieller Funktionen zur Farbverwaltung. Dazu gehören unter anderem Farbverläufe, sanfte Farbübergänge, Farbarithmetik, Zufallsfarben und weitere Werkzeuge, die insbesondere für die Steuerung von RGB-LEDs ausgelegt sind.
Diese Seite befindet sich noch im Aufbau. In Zukunft werden hier zusätzliche Beiträge erscheinen, die den Einsatz von RGB-LED-Leisten in realen Anwendungen und Praxisprojekten zeigen. Sobald diese Inhalte verfügbar sind, werden sie an dieser Stelle verlinkt.




