Eine Plattform. Ein einfaches Prinzip.
Steuerungswerte aufzeichnen, Wetterprognosen nutzen, Geräte miteinander verbinden: Mit PDC – ProcessDataCollector wird daraus ein übersichtliches System statt vieler einzelner Speziallösungen.
PDC ist eine erweiterbare Plattform, die Systeme auf möglichst einfache und nachvollziehbare Weise miteinander verbindet. Jede Verbindung folgt demselben Muster:
Quelle wählen → Werte zuordnen → Ziel wählen → Ausführungszeit festlegen.
Eine Aufgabe holt ausgewählte Daten aus einem System und überträgt sie in ein anderes. Automatisch in einem festen Intervall oder zu festgelegten Tages-, Wochen- oder Monatsterminen. Das einheitliche Vorgehen macht die Einrichtung leichter und hilft, Fehler zu vermeiden.
Im Mittelpunkt stehen Compact-Logic-Systeme: untereinander und im Austausch mit Datenbanken, anderen Steuerungen, Webdiensten und Dateien. Gleichzeitig verbindet PDC diese Systeme auch direkt miteinander – beispielsweise eine Netatmo-Wetterstation mit einer CSV-Datei oder ein Modbus-Gerät mit einer InfluxDB.
Einmal einrichten. Automatisch übertragen. Im Blick behalten.

Was lässt sich verbinden?
Die Zeile ist die Quelle, die Spalte das Ziel. ✓ bedeutet: Dieser Übertragungsweg wird aktuell unterstützt, sofern die ausgewählten Werte zum Ziel passen.
| Datenquelle ↓ / Datenziel → | CL-System¹ | S7-Steuerung | InfluxDB | CSV-Datei |
|---|---|---|---|---|
| CL-System über Netzwerk oder USB | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| S7-Steuerung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Modbus-Gerät | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| MariaDB / MySQL | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| InfluxDB² | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Open-Meteo / Bright Sky: Wetter und Prognosen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Netatmo: eigene Wetterstation | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Forecast.Solar: PV-Prognosen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Energy-Charts: Börsenstrompreise | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
¹ CL-Ziele sind extern beschreibbare Konstanten über Netzwerk oder USB. Dafür wird passende Firmware benötigt; aktuell ab 10.10.805. Für den Einstieg eignen sich Zahlenwerte wie Temperaturen, Preise oder Leistungsprognosen.
² InfluxDB-Lesen verwendet derzeit InfluxDB 2 mit Flux.
Übertragen werden ausgewählte Einzelwerte. Datentyp und Zieladresse beziehungsweise Zielkennung müssen passen; Warntexte benötigen beispielsweise ein textfähiges Ziel.
MariaDB/MySQL und Modbus sind derzeit nur Quellen, CSV nur ein Ziel. MQTT, allgemeine REST-Anbindungen und weitere Schnittstellen können später ergänzt werden.
Die erste Aufgabe in sieben Schritten
- Gruppe anlegen: Unter „Aufgaben verwalten“ auf „Neue Gruppe“ klicken. Einen verständlichen Namen und optional einen Kommentar eintragen.
- Zeit festlegen: Zum Beispiel alle 60 Sekunden oder täglich um 08:00 Uhr. Alle Aufgaben der Gruppe verwenden diese Zeitsteuerung. Termine richten sich nach der lokalen Zeit des PDC-Rechners; nicht vorhandene Monatstage werden übersprungen.
- Aufgabe hinzufügen: Auf + neben der Gruppe klicken und die Aufgabe benennen.
- Quelle einstellen: System auswählen und die Verbindung einrichten, etwa IP-Adresse, COM-Port, Standort oder Datenbank. Bei Webdiensten „Werte laden / auswählen…“ verwenden. Bei Steuerungen die gewünschten Anschlüsse beziehungsweise Adressen zuordnen.
- Ziel einstellen: Datenziel wählen und jedem Wert einen Zielnamen, eine Zielkennung oder eine Adresse zuweisen. DoRead aktiviert das Lesen; DoWrite gibt das Schreiben frei. Bei CL hilft „Zielkonstanten laden / zuordnen…“.
- Einmal testen: „Teste Settings“ führt einen echten Transfer aus. Zuvor die Schreibziele prüfen. Für den ersten Versuch ist CSV ein gut kontrollierbares Ziel.
- Starten: Mit ▶ aktivieren. ■ hält die Aufgabe an. Bei Bedarf „Beim Programmstart für die Zeitsteuerung aktivieren“ einschalten.
Änderungen an der Konfiguration werden beim normalen Schließen des Windowsprogramms gespeichert.
Aufgaben im Blick behalten
In der Aufgabenübersicht erscheinen die Aufgaben als kompakte Kacheln in aufklappbaren Gruppen. Gelb bedeutet angehalten, Grün bedeutet für die Ausführung aktiviert – auch während die Aufgabe auf ihren nächsten Termin wartet. Nächste und letzte Ausführung sowie Fehler sind direkt sichtbar.
Unter „Aufgaben verwalten“ stehen links Gruppen und Aufgaben, rechts deren Einstellungen. Das Kontextmenü bietet unter anderem Duplizieren und Löschen. Angehaltene Aufgaben lassen sich in andere Gruppen ziehen; Gruppen können gemeinsam gestartet oder angehalten werden.
Unter „Werte“ lassen sich die Daten einer Aufgabe prüfen; die Log-Ausgabe hilft bei Verbindungs- und Übertragungsfehlern.
Drei Tipps für den Alltag
- Einfach anfangen: Eine Quelle, ein Wert, ein CSV-Ziel. Danach weitere Werte und Aufgaben ergänzen. Bei CSV Dateigröße und Anzahl festlegen; ältere eigene Dateien werden automatisch entfernt.
- Passende Abstände wählen: Wetter und Prognosen benötigen meist Minutenintervalle. Öffentliche Webquellen teilen einen Zwischenspeicher; häufige Task-Ausführungen verursachen dadurch nicht automatisch häufige API-Abfragen. Wettervorhersagen sind Prognosen, Börsenpreise enthalten keine persönlichen Tarifaufschläge.
- Kontrolliert betreiben: Nach einem Lesefehler wird das Ziel nicht beschrieben. Dieselbe Aufgabe läuft nicht mehrfach gleichzeitig. Mehrere Aufgaben sollten dasselbe Ziel nicht mit widersprüchlichen Werten beschreiben.

PDC muss auf einem laufenden Rechner betrieben werden. Das Windowsprogramm dient zur Einrichtung und Überwachung; der separate Dienst nutzt dieselbe XML-Konfiguration und ist auch für Linux vorgesehen. Eine Fernkonfiguration über ein Webfrontend ist noch nicht enthalten.
PDC bringt Daten dorthin, wo sie gebraucht werden – nach einem Muster, das man einmal lernt und immer wieder verwendet.