Moderne Sprachmodelle können bei der Entwicklung und Analyse von Steuerungsprogrammen sehr hilfreich sein. Sie können Programmstrukturen erklären, Zusammenhänge nachvollziehen, bei der Fehlersuche unterstützen oder alternative Lösungswege vorschlagen.
Damit eine KI dabei aber sinnvoll mit einem Compact-Logic-Programm arbeiten kann, benötigt sie zwei Dinge:
- Wissen darüber, wie Compact Logic funktioniert
- Informationen über das aktuell erstellte Programm
Der CL Program Designer kann beides in einer für KI-Systeme geeigneten Textform bereitstellen.

1. Compact-Logic-Dokumentation bereitstellen
Im Diagnose- und Hilfefenster befindet sich der Bereich KI / LLM.
Mit dem Button
„KI-Doku in die Zwischenablage kopieren“
wird die Compact-Logic-Dokumentation als zusammenhängender KI-Kontext in die Zwischenablage kopiert.
Dieser Kontext enthält unter anderem Informationen über:
- die verfügbaren Funktionsblöcke und deren Ein- und Ausgänge
- den CL Program Designer
- die Programmstruktur und Verbindungen
- CL-PlatformSetup und die Hardwarekonfiguration
Den kopierten Text anschließend einfach in einen neuen Chat eines LLM einfügen.
Damit kennt das Sprachmodell die wesentlichen technischen Grundlagen des Compact-Logic-Systems und muss sich bei späteren Fragen nicht ausschließlich auf allgemeines Wissen stützen.

2. Das aktuelle Programm bereitstellen
Im gleichen Bereich kann mit „Aktuelles Programm in die Zwischenablage kopieren“ das aktuell geladene CL-Programm ebenfalls als KI-Kontext erzeugt werden.
Diesen Text anschließend in denselben Chat einfügen, in dem zuvor die Compact-Logic-Dokumentation bereitgestellt wurde. Das LLM besitzt damit sowohl das allgemeine Wissen über Compact Logic als auch die Informationen über das konkrete Programm.
Nun können beispielsweise Fragen gestellt werden wie:
- „Erkläre mir, was dieses Programm macht.“
- „Prüfe die Programmlogik auf mögliche Probleme.“
- „Welche Blöcke sind für diese Funktion verantwortlich?“
- „Gibt es eine einfachere Lösung für diesen Programmteil?“
- „Vergleiche diese Version mit dem vorherigen Stand.“
Die Dokumentation muss nicht jedes Mal neu übertragen werden
Die komplette Compact-Logic-Dokumentation muss innerhalb eines Chats normalerweise nur einmal eingefügt werden. Danach kann immer wieder der aktuelle Programmstand aus dem Designer kopiert und in denselben Chat eingefügt werden.
Ein typischer Ablauf sieht damit so aus:
KI-Dokumentation einfügen → Programm einfügen → Fragen stellen → Programm ändern → aktuellen Programmstand erneut einfügen → weiter analysieren
Wird dagegen ein komplett neuer Chat begonnen, sollte zunächst wieder die Compact-Logic-Dokumentation eingefügt werden.
KI als zusätzliches Werkzeug
Die KI-Funktion ist vor allem als zusätzliches Werkzeug für Entwicklung, Dokumentation und Fehlersuche gedacht. Besonders bei größeren Programmen kann es hilfreich sein, sich Signalwege erklären zu lassen, Programmteile zusammenzufassen oder verschiedene Lösungsansätze zu diskutieren.
Die erzeugten Texte enthalten dazu gezielt technische Informationen aus Compact Logic und dem aktuellen Projekt. Dadurch erhält das LLM wesentlich mehr Kontext als durch einen Screenshot oder eine allgemeine Beschreibung des Problems.
Wie bei jeder KI-gestützten technischen Analyse gilt jedoch: Vorschläge sollten vor der Übernahme geprüft werden – insbesondere bei Hardwareansteuerungen, sicherheitsrelevanten Funktionen und Änderungen an einer laufenden Anlage.
Hinweis zur Weiterentwicklung
Die für KI-Systeme erzeugten Compact-Logic-Daten werden kontinuierlich weiterentwickelt. Mit neuen Versionen werden die enthaltenen Beschreibungen, Regeln und technischen Informationen anhand praktischer Erfahrungen, neuer Funktionen und Rückmeldungen aus der Anwendung ergänzt und optimiert.
Dadurch soll der bereitgestellte KI-Kontext Schritt für Schritt präziser werden und bessere, zuverlässigere Antworten bei der Analyse von Compact-Logic-Programmen ermöglichen.
Es lohnt sich daher, bei einer neuen Version des CL Program Designers auch die aktuelle KI-Dokumentation erneut in einen neuen Chat-Kontext zu übernehmen.
Manche Aufgaben sind schneller gelöst als beschrieben.
KI kann Programme erstellen, Zusammenhänge erklären und bei der Fehlersuche helfen. Doch wenn die gewünschte Änderung bereits klar ist, kann der direkte Weg einfacher sein: einen Funktionsblock ergänzen, eine Verbindung ziehen oder einen Grenzwert ändern.
Compact Logic verbindet diese direkte grafische Bedienung mit der Möglichkeit, KI zur Analyse und Unterstützung einzusetzen. Entscheidend ist, wie sich eine technische Aufgabe einfach umsetzen, prüfen und später wieder verändern lässt.
- Direkt ändern, wenn die Lösung schon klar ist. Ein Grenzwert oder eine zusätzliche Verbindung braucht nicht zwangsläufig einen Dialog mit einer KI.
- Die Funktion bleibt sichtbar. Funktionsblöcke und Verbindungen machen Signalwege und Zusammenhänge nachvollziehbar. Die Live-Diagnose zeigt das tatsächliche Verhalten.
- Erstellung und Betreuung gehören zusammen. Eine Lösung soll auch nach Monaten noch verständlich und mit überschaubarem Aufwand veränderbar sein.
- KI kann CL ergänzen. Mit der Dokumentation und dem aktuellen Programm als Kontext kann sie Abläufe erklären, Änderungen vorschlagen und bei der Fehlersuche unterstützen.
- Der Aufwand soll zur Aufgabe passen. Wenige Blöcke für eine kleine Funktion, zusätzliche KI-Unterstützung für umfangreichere Fragen — je nachdem, was die Arbeit erleichtert.
Selbst umsetzen, mit KI durchdenken und die Funktion im CL-System prüfen: Beide Arbeitsweisen können sich ergänzen.
