Aktuell unterstützte I/O-Hardware

Compact Logic unterstützt neben den direkten Ein- und Ausgängen des Controllers eine Reihe externer Sensoren, Aktoren und I/O-Bausteine.

Für die hier aufgeführten Komponenten stehen im CL-System bereits passende Funktionsblöcke zur Verfügung. Die Hardware kann damit eingerichtet und anschließend direkt im Diagrammdesigner verwendet werden, ohne dass dafür eigener Treibercode geschrieben werden muss.

Die grundlegende Hardwarekonfiguration erfolgt über das CL-PlatformSetup. Dort werden die verwendeten GPIOs, Busse und angeschlossenen Komponenten festgelegt. Im eigentlichen CL-Programm stehen anschließend die entsprechenden Funktionsblöcke zur Verfügung.

Die folgende Übersicht zeigt den aktuellen Stand der direkt unterstützten I/O-Hardware.


Direkte Ein- und Ausgänge

Viele Funktionen können direkt über die Ein- und Ausgänge des verwendeten Controllers realisiert werden.

Hardware / FunktionCL-Unterstützung
Digitale EingängeDigitaler Eingang (DIN)
Digitale AusgängeDigitaler Ausgang (DOut)
Analoge EingängeADC-Eingang mit optionaler Kalibrierung, Filterung und Skalierung
PWM-AusgängePWM-Ausgabe mit einstellbarer Frequenz und Tastverhältnis
DrehgeberRotary Encoder mit Hardware-Pulszähler
Drehgeber mit WertauswahlRotary Button
ImpulszählerHardwaregestützte Impulserfassung
Geschwindigkeits-/DrehzahlmessungSpeed Counter
Impulszeitmessungµs-genaue Erfassung von Impulsabständen
S0-SchnittstelleEnergie-, Mengen- und Verbrauchszähler
DIP-Schalter / binäre EingängeBis zu vier Hardwareeingänge plus weitere Logikeingänge
SchrittmotorenStep/Dir-Ansteuerung mit Positionierung, Referenzierung und Bewegungssteuerung

Welche GPIOs dafür tatsächlich verwendet werden können, hängt vom eingesetzten Controllerboard und dessen Hardwarebeschaltung ab.


Wägezellen – HX711

HX711

Der weit verbreitete 24-Bit-ADC HX711 für Wägezellen wird direkt unterstützt.

Der zugehörige CL-Block bietet unter anderem:

  • Einlesen des 24-Bit-Rohwertes
  • Skalierung des Messwertes
  • Nullpunktkorrektur
  • Filterung
  • Schwellwertüberwachung
  • Fehlerausgabe

Damit lassen sich beispielsweise Waagen, Kraftmessungen oder Füllstandserfassungen auf Basis von Wägezellen direkt im CL-System aufbauen.


I²C-Hardware

Für die folgenden I²C-Komponenten stehen spezielle CL-Funktionsblöcke zur Verfügung.

BausteinFunktionCL-Unterstützung
VL53L4CDTime-of-Flight-AbstandssensorAbstand, Kalibrierung, Timing-Einstellungen und Diagnose
CCS811Luftqualität / GassensorTVOC, eCO₂, Status und Rohwerte
MLX90614Berührungsloser IR-TemperatursensorObjekt- und Sensortemperatur
MLX90614 ExtendedErweiterte IR-TemperaturmessungAdresseinstellung, Emissionsgrad und Diagnose
QMI8658C6-Achs-IMUGyroskop, Beschleunigung und Winkelberechnung
ADS11154-Kanal 16-Bit-ADCEinzel- und Differenzmessungen, Skalierung und Hardware-Komparator
ADS1115 Basic4-Kanal 16-Bit-ADCVereinfachte Messwerterfassung
GP8302Stromausgang0…25 mA bzw. 4…20 mA
GP8403Zweikanal-Spannungsausgang0…5 V bzw. 0…10 V
9555B I/O-ExpanderDigitale I/O-ErweiterungAcht digitale Ein-/Ausgänge
TCA95548-Bit-I/O-ExpanderAcht einzeln als Ein- oder Ausgang konfigurierbare I/Os
MLX9064232 × 24 IR-Thermopile-ArrayTemperaturbild und Bereichsauswertungen
DAC80501 + XTR200Industrieller Analogausgang0…20 mA, 4…20 mA, 0…5 V, 0…10 V und 2…10 V

VL53L4CD – Abstandsmessung

Der VL53L4CD kann für präzise berührungslose Abstandsmessungen verwendet werden. Neben dem eigentlichen Messwert unterstützt der CL-Block unter anderem Kalibrierung, Timing-Einstellungen und verschiedene Diagnosewerte.

ADS1115 – zusätzliche Analogeingänge

Mit dem ADS1115 lassen sich vier hochauflösende 16-Bit-Analogeingänge ergänzen. Neben Einzelmessungen werden auch Differenzmessungen und der im ADS1115 integrierte Hardware-Komparator unterstützt.

Analoge Industrieausgänge

Über GP8302, GP8403 sowie die Kombination aus DAC80501 und XTR200 lassen sich typische analoge Ausgangssignale direkt aus CL heraus erzeugen.

Unterstützt werden unter anderem:

0…5 V · 0…10 V · 2…10 V · 0…20 mA · 4…20 mA

Damit können beispielsweise Frequenzumrichter, Ventile, Stellantriebe oder externe Mess- und Automatisierungssysteme angesteuert werden.

MLX90642 – IR-Temperaturmatrix

Der MLX90642 stellt eine Matrix aus 32 × 24 Temperaturmesspunkten bereit.

Der CL-Funktionsblock kann definierte Bildbereiche direkt auswerten und daraus beispielsweise Mittel-, Minimal- und Maximaltemperaturen sowie Temperaturdifferenzen bestimmen. Dadurch müssen die 768 einzelnen Messpunkte für viele Anwendungen nicht erst in der Programmlogik verarbeitet werden.

Der QMI8658C ist in der aktuellen Blockreferenz noch als experimentelle Funktion gekennzeichnet.


SPI-Hardware

Auch verschiedene Sensoren und Messbausteine mit SPI-Schnittstelle werden direkt unterstützt.

BausteinFunktionCL-Unterstützung
BME680UmweltsensorTemperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Gaswiderstand
MAX31865PT100 / PT1000 InterfaceTemperaturmessung mit 2-, 3- oder 4-Leiter-RTD
MAX31856Thermoelement-InterfaceThermoelemente B, E, J, K, N, R, S und T
MAX31855Thermoelement-InterfaceTemperatur, Kaltstellentemperatur und umfangreiche Fehlerdiagnose
ATM90E36 / M90E36Dreiphasige EnergiemessungSpannung, Strom, Leistung, Energie, Frequenz, Phasenlage und Power Factor

Widerstandsthermometer und Thermoelemente

Für industrielle Temperaturmessungen stehen mehrere Lösungen bereit.

Der MAX31865 unterstützt PT100- und PT1000-Widerstandsthermometer in 2-, 3- und 4-Leiter-Technik.

Für Thermoelemente stehen mit dem MAX31856 und MAX31855 ebenfalls fertige CL-Funktionsblöcke zur Verfügung. Neben der Temperaturmessung können auch Fehlerzustände und die Kaltstellentemperatur ausgewertet werden.

ATM90E36 – dreiphasige Energiemessung

Für umfangreiche Netz- und Energiemessungen wird der ATM90E36 unterstützt.

Je nach verwendetem CL-Block können unter anderem folgende Messgrößen erfasst werden:

  • Spannung und Strom aller drei Phasen
  • Wirk- und Blindleistung
  • Gesamtleistung
  • Energie
  • Leistungsfaktor
  • Frequenz
  • Phasenwinkel
  • Drehrichtung / Phasenfolge
  • harmonische Anteile
  • THD-Werte

Damit können beispielsweise Energiezähler, Netzüberwachungen oder Power-Monitoring-Systeme aufgebaut werden.


OneWire

DS18B20

Der weit verbreitete digitale Temperatursensor DS18B20 wird über OneWire direkt unterstützt.

Mehrere Sensoren können über ihre individuelle OneWire-Adresse unterschieden werden. Der CL-Block stellt Temperaturwert und Fehlerstatus zur Verfügung und ermöglicht zusätzlich eine Offsetkorrektur.


RGB-LEDs und LED-Strips

Adressierbare RGB-LEDs können im CL-System nicht nur als einfacher Ausgang, sondern auch direkt zur Visualisierung von Anlagenzuständen und Prozesswerten verwendet werden.

Dafür stehen verschiedene spezialisierte Funktionsblöcke bereit:

CL-BlockFunktion
RGB LEDEinzelne LED bzw. Position ansteuern
RGB Status LEDZustände und Fehler über Farben und Blinkmuster darstellen
RGB LineBis zu 16 LEDs innerhalb eines Blocks einzeln steuern
RGB Progress BarAnalogwert als farbige Balkenanzeige darstellen
RGB AnimationBewegte LED-Anzeige
RGB PositionBis zu drei Positionen innerhalb eines LED-Bereichs anzeigen
RGB Flow AnimationFließende Farb- und Bewegungsdarstellung

Dadurch können adressierbare LED-Strips gleichzeitig als Anzeigeelement, Statusleuchte oder einfache Bedienerinformation eingesetzt werden.


Schrittmotoren

Für Step/Dir-Schrittmotortreiber stehen umfangreiche hardwaregestützte Bewegungsfunktionen zur Verfügung.

Die vorhandenen Funktionen unterstützen unter anderem:

  • Geschwindigkeitsvorgabe
  • Beschleunigungs- und Bremsrampen
  • Positionsbetrieb
  • definierte Schrittbewegungen
  • Dauerbetrieb
  • Referenzfahrten
  • Endlagensignale
  • Schrittzähler
  • optionale Alarm- und Positionserreicht-Signale von Closed-Loop-Treibern

Die eigentliche Bewegungssteuerung muss dadurch nicht aus einzelnen Timern, Rampen und Ausgangsfunktionen aufgebaut werden.


Hardware einrichten

Bevor externe Hardware im CL-Programm verwendet wird, werden die benötigten Schnittstellen im CL-PlatformSetup eingerichtet.

Dort können beispielsweise

  • GPIOs,
  • digitale Ein- und Ausgänge,
  • ADC,
  • PWM,
  • I²C,
  • SPI,
  • OneWire,
  • RGB-LEDs

und weitere hardwarenahe Funktionen konfiguriert werden.

Diese Konfiguration erfolgt normalerweise einmalig. Anschließend wird im CL-ProgramDesigner nur noch mit den zugehörigen Funktionsblöcken gearbeitet.

Hardware im Compact-Logic-System einrichten – CL-PlatformSetup


Die Liste wird laufend erweitert

Die hier aufgeführten Komponenten entsprechen dem aktuellen Stand der direkt im CL-System unterstützten I/O-Hardware.

Compact Logic ist dabei nicht auf diese Bauteile beschränkt. Durch die Trennung zwischen Hardwarekonfiguration und Programmlogik können weitere Sensoren, Aktoren und Hardwareplattformen ergänzt werden, ohne das grundsätzliche Bedienkonzept zu verändern.

Fehlt ein bestimmter Sensor, Aktor oder I/O-Baustein für ein Projekt, kann die Unterstützung gezielt ergänzt werden.